Pflegetipps für Blechblasinstrumente

Auf Anregung eines unserer Bläser werden hier noch ein paar Tipps zur Pflege der Blechblasinstrumente weitergegeben. Sollten sich dabei Fehler eingeschlichen haben oder Ergänzungen nötig sein, bitte ein Mail an Stephan Ziegner. Die Aufstellung der Öle und Fette der Firma Hetman soll lediglich einen Überblick über die Vielfalt der Produkte schon allein in dieser Sparte geben.

Allgemeine Hinweise:

Niemals das Instrument spielen, nachdem Speisen, Süßigkeiten (z. B. Kaugummi ) oder süße Getränke konsumiert wurden, ohne die Zähne geputzt zu haben.
Das Mundstück immer gefühlvoll eindrehen, nicht direkt einschieben oder mit der Hand dagegen schlagen. Sollte sich das Mundstück verklemmen, bitte an den Fachhändler oder eine Werkstatt wenden, niemals eine Zange o.ä. verwenden.

Wartung und Pflege:

1) Ventile ölen
Blechblasinstrumente mit Zylinderventilen
Bei einem Blechblasinstrument mit Zylinderventilen ist das Ölen nur etwa alle 2-3 Wochen erforderlich, bzw. wenn die Ventile schlecht laufen.
Zum Ölen der unteren Lagerung muss der Ventildeckel abgeschraubt und ein Tropfen Öl auf den unteren Ventilachsenstumpf gegeben werden. Allzu großer Schmierbedarf ist hier aber nicht, weil dieses Lager geschlossen ist:

Ventillager unten

Öfters zu schmieren, weil offen und mechanisch auch stärker belastet, ist das obere Ende der Ventilachse, wo das Druckwerk angeschraubt ist. Achtung! Bitte nicht die Rändelschraube herausdrehen und den Betätiger des Druckwerks von der Ventilachse abnehmen! Dieser kann sehr straff sitzen (das sollte er auch), und bei einem Abhebeln verbiegt man die Achse. Nur zwischen diesem Betätiger und der Lagerschale des Instrumentes etwas Öl rein, sonst nichts:

Ventillager oben

Außerdem kommt etwas Öl auf alle sich bewegenden Gelenke des Druckwerkes:

Maschine

Ein speziell dünneres Öl (bitte nur das entsprechende Öl verwenden, weil sonst das Ventil verklebt!) verwendet man, um die Ventile von innen zu ölen. Hier ist das Öl aber nur dazu gedacht, hängende Ventile wieder gängig zu machen. Regelmäßiges Spielen sowie das Feuchthalten der Ventile halten diese normalerweise beweglich. Das Ölen ist also nur ausnahmsweise notwendig, wenn die Ventile schwergängig sind. Hierzu ölt man je nach Bauart (Trompete, Horn, Tuba usw. ) entweder durchs Mundrohr oder durch den ersten Zug. Hierbei ist zu beachten, dass dieses Öl Zugfettreste im Instrument anlösen kann. Wenn das dadurch entstehende dicke Gemisch dann eventuell wieder ins Ventil zurück fließt, kann das Ventil verkleben. Also möglichst das Ölen der Ventile von innen vermeiden. Lieber regelmäßig spielen und die Ventile nur bewegen, wenn durch das Instrument geblasen wird.

Übersicht Hetman-Öle für Zylinderventile:
Light Rotor: Für noch sehr dichte Ventile (innen)
Rotor: Für durchschnittliches Spiel (innen)
Light Bearing & Linkage: Für Ventillager mit noch kleinem Spiel und alle Gelenke
Medium Bearing & Linkage: Für Ventillager mit durchschnittlichem Spiel und alle Gelenke
Bearing & Linkage: Für Ventillager mit größerem Spiel und alle Gelenke
Ball Joint: Für Kugellager. Auch für Achsen und ausgeschlagene Gelenke geeignet
Cork: Kork-Pflegemittel


Es ist nicht zu empfehlen, die Ventile auseinander zu nehmen; beim Wiedereinsetzen darf der Lagerdeckel nicht verkantet werden, weil dann das Lager verdrückt wird und hinterher entweder sehr schwer geht oder klappert. Das gerade Einsetzen kann der Fachmann am besten.


Blechblasinstrumente mit Périnetventilen
Bei Blechblasinstrumenten mit Périnetventilen sollte das Ölen bei häufiger Benutzung alle zwei Tage erfolgen. Hierzu muss der obere Schraubdeckel des Ventilgehäuses gelöst und das Ventil vorsichtig heraus gezogen werden. Das Ventilöl gleichmäßig auf die Ventile auftragen. Die Ventile danach wieder einsetzen und den Schraubdeckel anziehen. Dann die Ventile auf und ab bewegen, damit sich das Öl verteilt.
Wichtig:
- Die Ventile beim Herausziehen oder Einsetzen nie in den Ventilhülsen drehen, sie könnten Querrinnen bekommen und damit beschädigt werden!
- Jedes Ventil wieder in die zugehörige Ventilhülse setzen, meistens sind Ventile und Hülsen nummeriert. Beim Einsetzen muss die Nummer des Ventils in Richtung Mundstück zeigen (Ausnahmen möglich)!
- Das Ölen darf ausschließlich mit dem im Handel erhältlichen oder dem Instrument beigefügten Ventilöl erfolgen!

Übersicht Hetman-Öle für Perinet-Ventile:
Light Piston: Für noch sehr dichte Ventile
Piston: Für Ventile mit durchschnittlichem Spiel
Classic Piston: Für Ventile mit größerem Spiel. Hilft, Ventile abzudichten


Reinigung der Ventile und Ventilgehäuse (alle 6 bis 8 Wochen ):
Hierzu den Reinigungsstab mit einem sauberen fusselfreien Lappen einschlagen und die Ventile und Ventilgehäuse reinigen. Unbedingt darauf achten, dass kein Dreck sowie freiliegende Teile des Reinigungsstabes das Ventilgehäuse zerkratzt. Danach alle Ventile ölen und wieder in die Ventilgehäuse einsetzen (wie oben beschrieben).


Reinigen und Fetten des Zuges bei der Zugposaune
Das Reinigen des Außen- und Innenzuges wird wie das Reinigen der Züge unter 2.) mit einer Reinigungsspirale durchgeführt. Beim Fetten des Zuges gibt es mehrere Möglichkeiten:
1. Wird Fett verwendet, beschmiert man nur den unteren Absatz des Innenzuges leicht und verteilt dieses Fett auf den ganzen Zug durch Hin- und Herbewegen des Außenzuges. Hat man zu viel Fett aufgetragen, so wischt man wieder mit einem Tuch vom oberen Teil des Innenzuges etwas ab. Zusätzlich kann man dann vor dem Blasen ein spezielles Spray für Posaunenzüge auftragen, um eine hohe Leichtgängigkeit zu erreichen, z.B. Hetman Hydro-Slide.
2. Zum Fetten des Zuges kann man auch Öle verwenden. Beim Verwenden von beispielsweise „Slide O-Mix“ benutzt man 2 Fläschchen. Mit dem kleinen Fläschchen betupft man den unteren Absatz des Innenzuges. Mit dem größeren den oberen Teil. Für die genaue Handhabe des Mittels bitte die Gebrauchsanweisung lesen.
3. Es gibt auch Öl, das für den ganzen Innenzug verwendet werden kann (nur eine Flasche). Bei diesem Öl verfährt man wie unter 1. beim Fetten. Allerdings muss auch der obere Teil des Innenzuges geölt werden.
Grundsätzlich ist es ratsam, immer ein Sprayfläschchen mit Wasser dabei zu haben, um zwischendurch die Beweglichkeit des Zuges zu erhalten. Das erspart häufig ein Nachölen oder -fetten.


2.) Reinigen der Züge und des Instrumentenkorpus
( monatlich durchzuführen )
Alle Züge heraus ziehen, alle Ventile aus dem Gehäuse nehmen (bei Blechblasinstrumenten mit Zylinderventilen Ventile nicht herausnehmen !!!).
Die Züge werden mit einem sauberen, fusselfreien Tuch von Verunreinigungen befreit.
Instrument und Züge mit warmem Wasser durchspülen und mit Reinigungsspirale säubern, bei Blechblasinstrumenten mit Zylinderventilen unbedingt darauf achten, dass Berührung der Reinigungsspirale mit den Ventilen vermieden wird. Anschließend alle Teile mit klarem Wasser durchspülen. Man kann hierzu das Instrument zusammensetzen und klares Wasser durch den Trichter laufen lassen, dies empfiehlt sich auch als zusätzliche „Schnellreinigung“ etwa alle 2 Wochen. Danach muss das Wasser aus dem Blechblasinstrument entfernt, alle Züge mäßig gefettet (entsprechendes Fett auch im Fachhandel erhältlich, sofern es nicht beim Instrument beiliegt ), das Instrument von außen abgetrocknet und die Ventile geölt werden.
Regelmäßig kontrollieren, ob noch genug Fett auf den Zügen vorhanden ist, so dass sie sich einwandfrei herausziehen lassen. Sollte das Instrument längere Zeit nicht gespielt werden, die Züge herausnehmen, damit sie sich nicht festsetzen.
!!! Beim Herausziehen der Züge immer das entsprechende Ventil drücken!!!

Übersicht Hetman-Öle und -Fette für Züge: Light Slide Oil: Sehr dünnflüssig, für noch schwergängige und lange Ventilzüge. Sehr gut geeignet für Züge, die zur Anpassung der Stimmung öfters verstellt werden müssen
Slide Oil: Mittlere Viskosität, zum Abdichten und Leichtgängig halten der Züge. Empfohlen für ersten und dritten Zug (etwas längere Züge)
Heavy Slide Oil: Dickflüssiges Öl für kürzere und locker sitzende Züge. Hilft abzudichten
Slide-Gel: Schmiermittel hoher Viskosität für streng sitzende stationäre Züge. Dichtet beständig ab und verhindert Festwerden
Slide-Gel Plus: Schmiermittel höchster Viskosität für locker sitzende stationäre Züge. Dichtet beständig ab und verhindert Festwerden
Slide Grease: Beständiges, zähes Zugfett. Hält nicht bewegte Züge luftdicht in ihrer Position
Ultra Slide Grease: Sehr zähes Zugfett für locker sitzende stationäre Züge. Haftet sehr gut, hält nicht bewegte Züge luftdicht in ihrer Position. In Verbindung mit Slide Gel kann die Leichtgängigkeit der Züge erhöht werden.



3.) Pflege der Oberfläche
Lackierte Instrumente wischt man nach jedem Spielen mit einem weichen Tuch ab, um die Lebensdauer des Lackes zu verlängern. Nicht lackierte Instrumente sollten ab und zu mit Messingpolitur geputzt werden. Für versilberte Instrumente gibt es ein spezielles Silberputztuch.
!!! Nicht zu häufig putzen, das Silberputztuch nimmt immer eine kleine Schicht Silber vom Instrument!!!


4.) Reinigung des Mundstücks (wöchentlich) Dies erfolgt mit einer Mundstückbürste (im Fachhandel erhältlich), die unter laufendem Wasser durch das Mundstück gezogen wird. Das gereinigte Mundstück gründlich mit sauberem Wasser spülen.


Quellen: http://musikschule.medientechnik-emden.de mit Korrekturen von Stephan Hoffmann, Prospekt "Bedienungsanleitung Hetman Schmiermittel für Musikinstrumente"


Relativ günstige Einkaufsmöglichkeiten für Instrumente, Pflegemittel und Zubehör bitte bei Stephan Ziegner erfragen.