Die Geschichte unseres Posaunenchors

Gegründet wurde unser Posaunenchor 1920 als Gemeinschaftschor. Aus der Anfangszeit ist nichts bekannt.

Ab Anfang der 40er Jahre leitete Willy Tuchscherer die Bläsergruppe. Durch den zweiten Weltkrieg gingen die Aktivitäten fast auf den Nullpunkt zurück (Es spielten ausschließlich Männer mit, die ja an die Front mussten). Nach dem Krieg, bis ca. 1947, baute Willy Tuchscherer den Posaunenchor wieder auf.

Dann bekam die Peter-Paul-Kirche einen neuen Kircheninspektor namens Willy Röder, der u.a. den dortigen Posaunenchor leitete. Da beide Chöre nur spärlich besetzt waren, schlossen sie sich unter der Leitung von KI Röder zusammen. Nach und nach kamen die meisten Männer aus der Kriegsgefangenschaft zurück, so dass die Mitgliederzahl wieder wuchs. In seiner Blütezeit hatte dieser gemeinsame Chor 16 bis 18 Bläser.

1964 verstarb Willy Röder. Die Posaunenchorarbeit litt sehr unter diesem Verlust. Der nachfolgende Kantor hatte leider nicht so ein großes Interesse an der Bläserarbeit wie Herr Röder. Außerdem wurden es immer weniger Bläser, die aus der Kirchgemeinde kamen. So wurde unser Posaunenchor wieder zu einem Gemeinschaftschor, und Gottfried Paul, einer der Mitbläser, übernahm die Leitung. Anfangs wurde noch im Gemeindesaal der Kirche geübt, doch als nur noch Bläser aus der Gemeinschaft mitspielten, verlegte man die Übungsstunden in die Landeskirchliche Gemeinschaft.

Nach dem Wegzug von Gottfried Paul (ca. 1973) übernahm Gerhard Drechsel das Zepter. Als er 1988 das Amt des Gemeinschaftsleiters übertragen bekam, wurde Ludwig Schwandt der Leiter. Leider musste er im Jahre 2004 aus beruflichen Gründen fortziehen. Friedmar Stier vertrat ihn bis Dezember 2006. Seitdem ist Stephan Ziegner Posaunenchorleiter.

(Quelle: Interview mit Gerhard Drechsel, ehemaliger Posaunenchorleiter)
 
  Die Geschichte der Posaunenchöre

Zur Ehre Gottes wird schon seit ca. 3000 Jahren mit Blasinstrumenten musiziert. Die ersten Instrumente waren allerdings Widderhörner, die sogenannten Schofare. Später kamen aus dem Zweistromland auch "Trompeten" aus Metall dazu. Doch bis zur Erfindung der Zugtrompete und der Posaune im 15. Jahrhundert wurden diese Instrumente nur als Signalinstrumente benutzt, weil man auf ihnen nur mit sehr viel Geschick Melodien blasen konnte.

Die ersten Bläserensembles bestanden aus Türmern und Stadtpfeifern, also fest angestellten Musikern. Allerdings wurde nie gleichzeitig gesungen und dazu gespielt. Das begann erst Anfang des 16. Jahrhunderts, die Bläserchöre bestanden nun aus verschieden großen Posaunen. Die Sopraninstrumente waren allerdings "Zinken", ein lederummanteltes Holzblasinstrument. Ende des 16. Jahrhunderts wurden dann die ersten reinen Bläsermusiken komponiert.
Im 18. Jahrhundert waren es zunehmend Laienmusiker, die in den Kantoreien mitwirkten. Es entstanden die ersten Vorläufer der Posaunenchöre. Vor allem in Sachsen und der Oberlausitz wurde die Posaunenmusik gepflegt.

Der Begriff "Posaunenchor" stammt aus Herrnhut. Anfang des 18. Jahrhunderts kamen Christen aus Böhmen und Mähren hierher und siedelten sich an. Sie brachten eine starke musikalische Tradition mit, die alle Lebensbereiche durchdrang. Zusätzlich zu den Posaunen wurden hier auch Waldhörner gespielt, die allerdings, wie die Trompeten, noch keine Ventile hatten. Es gab lediglich sog. Klappenhörner, deren Klang allerdings nicht besonders war. Die ersten Ventil-Waldhörner gab es 1814. Ab 1835 wurden diese Ventile dann auch in die anderen Instrumente eingebaut.

Dass es die heutigen Posaunenchöre gibt, haben wir der Erweckungsbewegung der 1840er Jahre zu verdanken. Durch die erweckliche Verkündigung damals entstanden viele Jünglings- und Missionsvereine. Da die Erweckungsbewegung gleichzeitig eine Singbewegung war, entstand der Wunsch, die gesungenen Lieder auch mit Instrumenten zu begleiten, und zwar mit Instrumenten, die auch auf den Straßen und in der Natur laut genug spielen konnten. Auf Bauernhofversammlungen, Umzügen, Waldgottesdiensten, Missionsfesten u.s.w. wurde das Blechblasen populär. Die "Wiege" der Posaunenchöre ist in Jöllenbeck in Ostwestfalen. Hier entstand aus einem Jünglingsverein ca. 1842 der erste Posaunenchor. Ab 1862 gab es die ersten Posaunentage, und der Gohfelder Pastor Eduard Kuhlo gab 1881 das erste Posaunenbuch heraus. Unabhängig davon entstanden ab ca. 1850 in Hannover-Land einige Posaunenchöre.

Dem Sohn von Eduard Kuhlo, Johannes Kuhlo, ist es zu verdanken, dass unsere Posaunenchöre aus einheitlichen Noten mit einheitlichen Instrumenten spielen. Davor gab es Bläsernoten in Klavierschreibweise, andere in Militärschreibweise. Außerdem wurden Instrumente in allen möglichen Stimmungen geblasen, so dass das Erlernen nicht einheitlich möglich war. Erst Johannes Kuhlo brachte eine gewisse Ordnung in die Posaunenchorlandschaft.

Trotz vieler Bemühungen gelang es erst in den 1930er Jahren, die Posaunenarbeit in Verbänden zu organisieren. 1934 entstand so auch der Gnadauer Posaunenbund. Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich durch die Trennung Deutschlands die Arbeit in Ost und West unterschiedlich. 1991 erfolgte der Wiederzusammenschluss. Unser Posaunenchor gehört zum Gnadauer Posaunenbund, Landesverband Sachsen.

(Quellen: Niels Niemann: "Bläserklang im Gottes-Dienst" / www.gnadauer-posaunenbund.de)